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Einrichtung ist zentrale Jugendstrafarrestanstalt in Baden

Im Sporthof der Jugendarrestanstalt (v.l.): Joachim Hils, Bürgermeister Arne Pfirrmann, Volker Peterli, Stephan Höll, Harald Egerer, Günter Knapp, Norbert Schmidt und Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch
Bettina Baumann / Pressestelle der Stadt Rastatt
Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch konnte in Begleitung von Bürgermeister Arne Pfirrmann, Günter Knapp (Fachbereich Sicherheit und Ordnung) und Joachim Hils (Fachbereich Jugend, Familie und Senioren) die Jugendarrestanstalt in Rastatt besuchen. Begrüßt wurden sie von dem vollzuglichen Leiter Stephan Höll, der zugleich auch Jugendrichter beim Amtsgericht Rastatt ist. Wie bekannt wurde die ehemalige Justizvollzugsanstalt in den letzten Monaten zur zentralen Jugendstrafarrestanstalt in Baden umgewandelt und kann rund 50 Arrestanten aufnehmen. 25 Mitarbeiter arbeiten in der Anstalt. Die Jugendarrestanstalt wird als Außenstelle der JVA in Karlsruhe geführt, so deren Leiter Harald Egerer, der mit Stellvertreter Norbert Schmidt zur Begrüßung der Gäste nach Rastatt gekommen war.
Mit der Umwandlung wurde das markante Gebäude an der Ecke Ottersdorfer Staße / Leopoldring zur zentralen Einrichtung für straffällig gewordene Jugendliche, die nicht in Strafhaft, sondern in erzieherischen Arrest genommen werden. Dies kann von wenigen Tagen bis maximal vier Wochen dauern. Die Delikte der Arrestanten – junge Frauen wie Männer – bewegen sich laut Höll auf der „unteren Kriminalitätshöhe“ und reichen von Einbruch, Körperverletzung, Betrug bis hin zum Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Ein Großteil der Arrestanten zwischen 14 und 23 Jahren hat seine verhängten Arbeitsstunden nicht abgeleistet und wird dann in den sog. Ungehorsamkeitsarrest genommen. Stephan Höll und der Dienstleiter des Allgemeinen Vollzugsdienstes Volker Peterli führten durch die Anstalt, zeigten die Bibliothek, den Schulraum, die Werkräume und den Sportplatz. Die Arrestanten sollen sinnvoll ihre Zeit verbringen, können sich tagsüber zwar frei bewegen, haben aber ein vorgegebenes Programm zu bewältigen. Gespräche mit dem Sozialarbeiter sind obligatorisch, Gespräche mit einer Psychologin und einem Pfarrer werden angeboten. Ehrenamtliche bieten z.B. Kurse über den Umgang mit Geld an. Ein Ferienheim, betonte Höll, sei die Jugendarrestanstalt indes nicht. Bauliche Veränderungen, am augenscheinlichsten z.B. die Entfernung des Stacheldrahtes auf der Anstaltsmauer, wurden zwar vorgenommen, dennoch blieb der Eindruck eines Einschlusses auch für die Besucher deutlich bestehen. Davon konnte man sich im Zellengang überzeugen. Die nur mit dem Nötigsten ausgestatteten Einzelzellen werden jede Nacht abgeschlossen, das Licht um 22 Uhr gelöscht, Fernsehen und Computer sind verboten, wie auch das Rauchen. Die Jugendlichen müssen mitarbeiten, z.B. in der Küche, wo viele erstmals die Zubereitung einer Mahlzeit mit frischen Zutaten erleben. Besonders viele Jugendliche, so die Erfahrung von Stephan Höll, kommen aus zerrütteten oder schwierigen Familienverhältnissen und erleben in der Anstalt zum ersten Mal in ihrem Leben einen geregelten Tagesablauf.
Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch dankte zum Abschlusses des Besuches für die Informationen und den Rundgang. Die Jugendarrestanstalt liege nicht nur mitten in der Stadt, sondern müsse auch in der Bevölkerung ihre Akzeptanz finden. Eine Zusammenarbeit zwischen der Stadt Rastatt und der Anstalt soll nun geprüft werden, z.B. bei Säuberungsaktionen in der Innenstadt.
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