Schulen in Bühl: Belastete Raumluft erfordert Sanierung

In der zu Beginn der 1970er Jahre erbauten kreiseigenen Rheintalschule in Bühl und in der Gewerbeschule Bühl wurden Formaldehydkonzentrationen festgestellt. Während in der Gewerbeschule die Messwerte im Bereich des vom Bundesamt für Risikobewertung definierten Beurteilungswertes von 125 ug/m³ liegen, sind in der Rheintalschule die gemessenen Werte zum Teil deutlich über diesem Richtwert. Wie die Pressestelle im Landratsamt mitteilt, will die Landkreisverwaltung in der Rheintalschule bereits am kommenden Mittwoch mit den vorbereitenden Arbeiten beginnen und während der Pfingstferien die Emissionsquellen restlos beseitigen. Die Schule wird deshalb in Abstimmung mit dem Staatlichen Schulamt Rastatt schon ab 23. Mai bis zum Ferienbeginn den Schülern die Teilnahme am Unterricht freistellen und für anwesende Kinder Betreuungsangebote weitgehend außerhalb der Schule anbieten. Nach den Pfingstferien wird der Schulbetrieb wieder regulär laufen. In dieser Zeit sollen die Spanplattenschalung der Betondecken einschließlich der Unterdecken komplett entfernt und eine Notbeleuchtung angebracht werden. In den Sommerferien wird dann eine neue Unterdecke mit energiesparender Beleuchtung eingebaut.

Auch in der Gewerbeschule Bühl, in der die Messwerte nur in wenigen Räumen den Richtwert erreichen, sollen in den Sommerferien erste Sanierungsarbeiten im Obergeschoss vorgenommen werden.

Die Raumluft in den Kreisschulen liegt der Landkreisverwaltung schon länger am Herzen. Schon im November 2009 wurden im Ausschuss für Umwelt, Bau und Planung die Ergebnisse von Schadstoffuntersuchungen in allen Schulen dargestellt und - wo nötig - Nachmessungen durchgeführt. Bei weiteren Untersuchungen in der Gewerbeschule Bühl im Juli 2011 haben die Experten festgestellt, dass die „verlorenen“ Spanplattenschalungen Hauptquelle für erhöhte Formaldehydkonzentrationen sind. Die darauf erfolgte musterhafte Sanierung von zwei Schulräumen sowie die Nachmessungen im November 2011 mit Messergebnissen deutlich unter dem Beurteilungswert bestätigten dies. Das Amt für Finanzen, Gebäudewirtschaft und Kreisschulen entschloss sich in diesem Zusammenhang, auch die baugleiche Rheintalschule zu kontrollieren, obwohl es dort bei früheren Untersuchungen keine Anhaltspunkte für Schadstoffe gab. Die Messungen in der Rheintalschule haben nun mit Werten von bis zu 160 ug/m³ die Behörde zum sofortigen Handeln veranlasst.

Wie die Pressestelle weiter mitteilt, werden die Maßnahmen vom Gesundheitsamt im Landratsamt begleitet. Dessen Leiter, Dr. Hans-Jürgen Bortel, hat aus Vorsorgegründen eine sofortige Sanierung in der Rheintalschule empfohlen.

Formaldehyd ist in unserer Umwelt weit verbreitet, entsteht in größeren Mengen bei Verbrennungsprozessen (Autoabgase, Heizungen) und ist in vielen Produkten des täglichen Lebens enthalten (Möbel, Spanplatten, Farben, Textilschutzmittel, Kosmetika, Desinfektionsmittel u.a.)

Eine erhöhte Formaldehydbelastung der Luft kann zu Reizungen von Nasen- und Augenschleimhäuten führen. Formaldehyd steht in höheren Konzentrationen auch im Verdacht, krebserregend zu sein. Derartig hohe Werte wurden in beiden Schulen nicht gemessen. Laut Gesundheitsamt besteht an beiden Schulen keine akute Gesundheitsgefahr.

Nach Vorliegen der Messwerte hat die Behörde umgehend die Schulleitungen informiert, die ihrerseits die Information an Eltern und Schüler weitergeben. Erste Kostenschätzungen beziffern sich auf rund 350.000 Euro für die Sanierungsmaßnahmen in der Rheintalschule und 385.000 Euro in der Gewerbeschule.

Quelle: Landratsamt Rastatt, Ellen Grünvogel

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