Weingut Schloss Eberstein Gernsbach unter neuer Leitung - Unternehmer Ernst Möschle und Jürgen Decker führen das Traditionsweingut in die Zukunft

Das Weingut Schloss Eberstein in Gernsbach wird unter neuer Führung in die Zukunft gehen. Der Ortenberger Unternehmer Ernst Möschle und Jürgen Decker, scheidender Geschäftsführer des Winzerkellers Hex vom Dasenstein, werden ab 1. November 2012 das traditionelle Weingut in die Zukunft führen. Damit vollziehen die Brüder Gerd und Jörg Overlack den Generationenwechsel und sichern für die nächsten 25 Jahre die Zukunft des Weinguts. Solange ist der Pachtvertrag festgeschrieben.

Unternehmer Ernst Möschle und Jürgen Decker (links) führen das Weingut in die Zukunft. Rechts die Gebrüder Jörg und Gerd Overlack (v.r.)

Quelle: Susanne Wagner-Köppel

„Dieser Übergang war strategisch gut geplant, nachdem wir die Aufbauarbeit auf dem ehemals markgräflichen Weingut Schloss Eberstein geleistet hatten“, sagte Schlossherr Gerd Overlack am Freitag vor der Presse. Er zollte vor allem Jürgen Decker seine Bewunderung. „Es ist mutig, wenn ein junger Mensch sich selbstständig macht in einer nicht ganz einfachen Zeit“, reflektierte er die Situation in der Euro-Zone. Der Schlossbesitzer hatte erst vor kurzem das Wasserschloss der Kelly Family für drei Millionen Euro ersteigert. Das ehemalige Gästehaus der Bundesregierung soll nun ebenfalls wie seinerzeit das Schloss der Markgrafen von Baden in Gernsbach, umfassend renoviert werden. Der Privatier und ehemalige Industrieversicherungsmakler will selbst dort einziehen, aber auch ein Restaurant und Hotel mit unterbringen. Als sehr erfolgreich hatte sich sein Konzept auf Schloss Eberstein in Gernsbach erwiesen. Das gesamte Ensemble inklusive Weinberg hatte er im Jahr 2000 von der markgräflichen Familie übernommen und während sechs Jahren umfassend renoviert. Ab 2002 wurde der historische Weinberg wieder angelegt und umfasst heute sechs Hektar Rebfläche. „Der Weinberg ist ein Kulturgut und gehört seit 600 Jahren zum Schloss“, verdeutlichte Jörg Overlack, der zusammen mit Kellermeister Urban Jung das Weingeschäft aufgebaut hatte. Mit Bernd Werner zog am 1. Mai 2005 ein Sternekoch auf Schloss Eberstein ein und eröffnete eine bis heute sehr erfolgreiche Gastronomie mit Sternelokal und Burgschänke. Ein Jahr später kam das Hotel vier Sterne superior hinzu. Mittlerweile hat auch Bernd Werner einen langjährigen Pachtvertrag abgeschlossen, der auch in Gastronomie und Hotellerie Kontinuität garantiert.

Von Anfang an hatte auch die Qualität im Weinberg oberste Priorität. „Der Weinberg als Kulturgut ist für die Region ein unverzichtbares Juwel“, hob Gerd Overlack auf die Bedeutung des Weins von Schloss Eberstein Gernsbach in der Region und darüber hinaus ab. Man habe immer auch einen Wein für die Menschen in der Region machen wollen. Um dem Verbraucher die Unterscheidung leichter zu machen, wurde ein Sterne-System eingeführt. Der erste Jahrgang konnte 2005, der erste volle Jahrgang 2007 geerntet werden. Jährlich werden etwa 5000 Liter pro Hektar durch stringente Ertragsregulierung erzielt. Die Hauptrebsorten sind Riesling und Spätburgunder. Vor allem vom 2011 Riesling schwärmten die Vertreter des Weinguts. „Dieser Wein wird in zwei bis drei Jahren sensationell.“ Auch in den TOP TEN-Wettbewerben der Ortenau für Riesling und Spätburgunder konnte sich das Weingut Schloss Eberstein erstmals behaupten.

Weichen für Zukunft gestellt
Trotz aller Erfolge stellen die Brüder Gerd und Jörg Overlack die Perspektiven für die Zukunft neu auf. Sie haben die Grundlagen geschaffen. Der Ortenberger Unternehmer Ernst Möschle und Jürgen Decker wollen das Weingut weiterhin erfolgreich in die Zukunft führen, betonte Schlosseigner Gerd Overlack. Jürgen Decker wird das gesamte operative Geschäft führen. Ernst Möschle ist durch den Behälterbau für die Wein- und Fruchtsaft-Industrie intensiv mit der Weinbranche vernetzt. Seine Tanks stehen in vielen renommierten Weinbaubetrieben, so auch im Weingut Schloss Eberstein. „Von den ersten Gesprächen an war bei uns ein loderndes Feuer für die Sache entflammt“, berichtet Jürgen Decker. Man freue sich nun auf die neuen Aufgaben, insbesondere auch auf die Zusammenarbeit mit der Gastronomen-Familie Werner. Auch in Zukunft wolle man hier intensiv die Synergien nutzen, betonte Ernst Möschle vor der Presse. Oenologe Urban Jung wird weiterhin die Vinifikation und den Außenbereich verantworten. „Die Charakteristik der Weine wird sich nicht verändern.“

Quelle: Susanne Wagner-Köppel

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