Defis für Baden-Baden: erster öffentlicher Defibrillator am Leopoldsplatz in Baden-Baden - Ziel: 20 Geräte bis Ende 2011

Aktion will Angst nehmen vor der Ersthilfe

Die Zahlen sprechen für sich: Rund 100.000 Menschen sterben bundesweit jedes Jahr durch plötzlichen Herztod - in Baden-Baden sind es alljährlich rund 70 Frauen und Männer. Die Apothekerin Karin Enderle und die Volksbank Baden-Baden/Rastatt nehmen sich diesem wichtigen Thema an und installieren in der Stadt eine erste öffentlich zugängliche Notrufsäule mit eingebautem Defibrillator.

Jetzt wurde dieser so genannte Automatisierte Externe Defibrillator (AED) mit der Notrufsäule auf dem Leopoldsplatz aufgebaut. "Die einzige ursächliche Therapie bei Kammerf1immern ist ein möglichst frühzeitiges Einsetzen der Überlebenskette mit einer Herz-Lungen-Wiederbelebung und elektrischer Defibrillation", erklärt Karin Enderle, die mit dem Verein Stadt-Forum Gesundheit Baden-Baden die Gesamtkonzeption unter dem Motto "Defis für Baden-Baden" ausgearbeitet und vorangetrieben hat.

Unter Mithilfe der Stadt Baden-Baden und ihres Oberbürgermeisters Wolfgang Gerstner, der die Schirmherrschaft für das groß angelegte Projekt übernommen hat, sowie der Feuerwehr Baden-Baden wurde über Monate erarbeitet, welche Standorte praktikabel und welches System geeignet für Baden-Baden wäre. "Die Überlebenswahrscheinlichkeit bei Kammerf1immern liegt laut Statistiken bei sofortiger Defibrillation bei bis zu 90 Prozent, nach zehn Minuten sinkt die Überlebenschance auf null bis zehn Prozent", macht Enderle die Notwendigkeit zu schneller Hilfe deutlich. Daher können von nun an Passanten auf dem Leopoldsplatz sofort reagieren.

Über eine einzige Taste können sie einen Notruf absenden, da die Säule direkt an die Rettungsleitstelle angebunden ist. Danach können sie durch gezielte Stromstöße mit dem Defibrillator das Kammerflimmern beenden. "Das Gerät ist so konzipiert, dass es auch Laien ohne Vorkenntnisse benutzen können", konstatiert Enderle. Das Gerät gibt dem Anwender konkrete Sprachanweisungen.. Der "Arzt im Gerät" analysiert das EKG und erkennt, ob ein defibrillationswürdiger Rhythmus vorliegt. Eine Fehlanwendung sei ausgeschlossen. "Mit der Volksbank Baden-Baden/Rastatt hat das Stadt-Forum Gesundheit Baden-Baden einen wichtigen Partner für die Realisierung des Projekts gefunden. "Wir waren von der Idee sofort überzeugt", erklärt Thomas Poerings, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Volksbank Baden-BadenlRastatt.

7000 Euro investiert das Institut für die erste Notrufsäule mit Defibrillator. Damit aber nicht genug: "Da es wichtig ist, ein möglichst dichtes Netz an lebensrettenden Defibrillatoren zu schaffen, werden wir weitere Standorte finanzieren", versprach Pörings. In den kommenden Wochen sollen weitere vier Volksbank-Defis in Baden-Baden installiert werden. "Wir hoffen, dass unser Beispiel Schule macht, und weitere Sponsoren Defibrillatoren in Baden-Baden finanzieren", betont Pörings.

Damit kommt Karin Enderle ihrem ehrgeizigen mittelfristigen Ziel ein ganzes Stück näher. Bis Ende 2011 will sie 20 öffentlich zugängliche Notrufsäulen mit Defibrillatoren in Baden-Baden aufstellen. Flankierend zum Aufbau des Defibrillatoren-Netzes wird das Stadt-Forum auch Kurse anbieten, in denen sich Laien zu Ersthelfern mit speziellen Kenntnissen bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung und dem Umgang mit Defibrillatoren ausbilden lassen können. Dafür hat Enderle mit Dr. med. Tamino Trübenbach, Anästhesist am Klinikum Mittelbaden und Ärztlicher Leiter des DRK-Rettungsdienstes Bühl, einen ausgewiesenen Spezialisten gewinnen können, der auch das Projekt "Defis für Baden-Baden" als Ärztlicher Leiter begleitet.

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