Benefiz für Menschenrechte - Bühler ai

1948 hat die Organisation der Vereinten Nationen die allgemeinen Menschenrechte festgeschrieben. Jeder Mensch sei demnach gleich an Freiheit und Würde. amnesty international ist eine nichtstaatliche Organisation und kümmert sich weltweit um politisch Gefangene, denen diese Rechte aberkannt werden. In Bühl hat die Musikschule jetzt ein Benefizkonzert für die Bühler ai-Ortsgruppe gespielt.

Bereits vor zehn Jahren hatte Bernd Kölmel von der Musikschule das erste Konzert für die Menschenrechtsorganisation ins Leben gerufen. Der Vater einer damaligen Musikschülerin war langjähriges Mitglied des Internationalen Gerichtshofs für Menschenrechte in Den Haag.

Aktuell sammelt die Bühler Ortsgruppe von amnesty international für einen syrischen Parlamentsabgeordneten, welcher sich zur Zeit in politischer Gefangenschaft in seiner Heimat befindet. Ziel der Organisation ist es, Menschen, die wegen gewaltlosen Protestes gegen Unrecht in ihren Ländern in Haft geraten, eine Stimme zu gegen. Gisela Geckler von der Bühler ai weiß, dass die Bemühungen von amnesty immer wieder zu Freilassungen Gefangener geführt haben. "Wir holen die Lage politische Verfolgter bei Regierung und Botschaften immer wieder ins Bewußtsein und geben den Betroffenen juristischen Beistand, der ihnen leider oft verwehrt wird!"

Auszug aus www.ai-buehl.de:
Dr. Kamal al-Labwani befindet sich zur Zeit in Haft in seinem Heimatland. Der Politiker stammt aus der syrischen Kleinstadt Zabadani. Als Militärarzt wurde er 1982 mit dem Massaker in der mittelsyrischen Stadt Hama konfrontiert, bei dem bis zu 30,000 Menschen ihr Leben verloren. Dies bewog ihn, in Opposition zu dem herrschenden Ba’ath-Regime zu gehen.

Er gründete die „Liberale Demokratische Union“ Syriens und schloß sich der Bewegung „Damascus Spring“ um Riad Seif an, die 2001 angeregt durch den Machtwechsel in Syrien – nach dem Tod von Hafiz al-Assad am 10. Juni 2000 hatte sein Sohn Bashar die Regierungsgewalt übernommen; Bashar hatte in London studiert und dort auch geheiratet und gab sich zunächst als Vertreter liberaler Ansichten – sich für mehr Freiheit und Demokratie einsetze und hochrangige Fälle von Korruption anprangerte.

Kamal al-Labwani wurde im September 2001 verhaftet, nachdem er am 6. September an einem politischen Seminar im Haus von Riad Seif teilgenommen hatte. Am 22. August 2002 wurde er zu 3 Jahren Gefängnis wegen „Umsturzversuchs“ verurteilt. Nach Verbüßung seiner Haftstrafe wurde er im September 2004 freigelassen.

In 2005 bereiste Kamal al-Labwani mehrere europäische Staaten und die USA. Er sprach mit Politikern und Institutionen, wie z.B. der Konrad-Adenauer-Stiftung, über die politische Lage in Syrien. Er war der erste syrische Oppositionspolitiker, der ins Weiße Haus in Washington geladen wurde, wo er in Gesprächen mit Beratern des Präsidenten um Unterstützung für die Demokratiebewegung in Syrien warb.

Der Kern seiner Botschaft lautete „Wir möchten nicht, dass Gewalt gegen Syrien eingesetzt wird, noch nicht einmal Sanktionen, weil darunter nur die einfachen Leute in Syrien leiden und die haben schon genug durchzustehen gehabt. Wir möchten kein Geld von euch, denn das wird uns euch gegenüber verpflichten. Die Demokratie muß sich innerhalb Syriens entwickeln. Was wir von euch wollen, ist eure nachdrückliche diplomatische Unterstützung, wenn wir den Mut fassen, unsere Stimmen zu erheben und Demokratie und Menschenrechte für die Menschen in Syrien fordern.“

Nach seiner Rückkehr wurde Kamal Al-Labwani am 8. November 2005 am Flughafen Damaskus erneut verhaftet. Er sitzt im Adra-Gefängnis in Damaskus ein. Seine Zelle befindet sich im Flügel Nr. 5, der normalerweise gewalttätigen Häftlingen vorbehalten ist. (Auch andere politische Gefangene wurden mit Kriminellen zusammen eingesperrt, offensichtlich um sie einzuschüchtern und ihrer gegenseitigen Unterstützung zu berauben. So ist der Journalist Michel Kilo beispielsweise im gleichen Flügel wie die Sexualverbrecher untergebracht. Kamals Anwalt, Anwar al-Bunni, der ebenfalls verhaftet wurde, sitzt bei den Dieben ein.) Kamal soll im Gefängnis geschlagen und bedroht worden sein. Die Anklage wirft ihm vor, er habe eine ausländische Macht aufgefordert, „Syrien zu besetzen“. Auch wenn diese Anklage völlig absurd ist, für Kamal Al-Labwani kann sie lebenslänglich bedeuten!

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