Kapelle am Friedhof Baden-Baden wurde saniert

Die Friedhofskapelle auf dem Hauptfriedhof wurde ab 1862 als oktogonaler Kuppelbau nach Plänen des großherzoglichen Baudirektors Heinrich Hübsch (1795-1863) errichtet. Heinrich Hübsch, der Schüler und Nachfolger Friedrich Weinbrenners in Karlsruhe war, plante in Baden-Baden auch die Trinkhalle (1839 - 1842), das Alte Dampfbad (1846-1848) und die Pfarrkirche in Oos.

Wie auch bei der Ooser Pfarrkirche erfolgte die Bauausführung unter der Aufsicht des Architekten Ludwig Engesser. Die Einweihung fand am 2. November 1868 statt.

Vor etwa 50 Jahren war die Kapelle letztmals umfassend renoviert worden. Dabei wurden die historischen Architekturmalereien entfernt und die Wandflächen stattdessen mit Styroporplatten und einem flächigen grauen Anstrich versehen. Auch die Bänke erhielten einen deckenden braunen Anstrich. Der Sandsteinfußboden wurde mit Linoleum abgedeckt.

Bereits 2007 startete die aktuelle Sanierung, als das Dach der Kuppel von Außen und der Laternenaufsatz auf der Kuppel saniert wurden. Ab 2008 wurden nun die Verbesserung der schwierigen akustischen Situation, die Erneuerung der Lautsprecheranlage und der Heizung konzipiert, die in den sechziger Jahren im Rahmen der umfangreichen Sanierung eingebaut worden waren.

Zur Sanierung des Wandanstrichs wurden wegen eines umfangreichen Rissbildes ein Statiker und ein Restaurator hinzugezogen. Da .die Risse nicht statisch bedingt, sondern in den Farbschichten auftraten, wurde von Herrn Zopf ein Konzept zur Sanierung der Innenwandgestaltung erarbeitet. In einem ersten Schritt wurde der sperrende, sich zum Teil bereits ablösende und für das Bauwerk schädliche Farbanstrich der sechziger Jahre entfernt. Dabei wurden die farblichen Gestaltungen des 19. Jahrhunderts wieder sichtbar, die anschließend in enger Abstimmung mit dem Referat für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Karlsruhe wie ein Puzzle rekonstruiert wurden.

Die nun sichtbare Architekturmalerei ist keine reine Rekonstruktion, sondern eine abstrahierte Wiedergewinnung des Farb- und Raumeindrucks der Baden-Baden Friedhofskapelle.

Sie basiert jedoch auf über 80 verschiedenen restauratorischen Befunden und ist das Ergebnis eines langen und ausführlichen Abstimmungsprozesses zwischen den Vertretern der Denkmalpflege, den Restauratoren und der Stadt Baden-Baden.

Als weitere Maßnahmen wurden die Ölgemälde der Kapelle gereinigt, die Fenster instand gesetzt und die Kirchenbänke mit einem Farbanstrich in der Optik einer Eichen-Maserung versehen. Zudem wurden zwei historische Leuchten aus dem Depot wieder in den Raum eingefügt und um sechs neue Leuchten sowie ein Lichtband auf dem oberen Gesims auf dem Kuppelansatz ergänzt. Dazu wurde die Elektrik in der Friedhofskapelle vollständig erneuert. Neueingefügt wurde auch die Lautsprecheranlage, die mit modernster Technik den akustisch schwierigen Raum so beschallt, dass eine Wortverständlichkeit gegeben ist.

Alle denkmalpflegerischen Maßnahmen wurden durch das Referat Denkmalpflege des Regierungspräsidiums Karlsruhe, vertreten durch Herrn Dr. Wenz, fachlich in hervorragender Weise unterstützt. Aber auch finanziell hat sich das Regierungspräsidium großzügig an den denkmalpflegerischen Maßnahmen beteiligt. Der besondere Dank gilt dem Restaurator Hans-Dieter Zopf und seiner Tochter Josephine Zopf-Weber, die gemeinsam mit den Spezialisten der Firma Kaiser das gesamte Projekt der Wiedergewinnung des historischen Kapellenraums beraten, begleitet, geplant und handwerklich ausgeführt haben.

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